Der Mythos von Frauen- und Männerberufen

Von den Emmerweibern zu den Müllmännern

Gibt es typische Frauen- oder Männerberufe? Auf dem Rundgang wird gezeigt, das so etwas nie der Fall war und wie aus Frauenberufen Männerberufe wurden - und umgekehrt.

Claudia v. Gélieu, Tel. 626 16 51

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Bis 1848 war zum Beispiel die Müllabfuhr in Berlin Frauenarbeit. Ausgeübt wurde sie von alleinstehenden und alleinerziehenden Frauen, die keine Erwerbsalternative hatten. Als eine englische Gesellschaft das Monopol erhielt, konnte sie hohe Löhne zahlen und damit wurde die Arbeit für Männer attraktiv. Da die Gesellschaft außerdem Wagen zum Mülltransport einsetzte, wurde sie gleichzeitig leichter. Die Frauen hatten Abfall und Fäkalien in Eimern bis zum nächsten Fluss geschleppt.

Der Beruf der Verkäuferin entwickelte sich erst mit den großen Warenhäusern um 1900, vorher war der Handel eine Domäne der Handelsgehilfen. Jung, schön und nett sollten nun die Verkäuferinnen die Kundschaft animieren, möglichst viel zu kaufen.

Vom bürgerlichen Frauenbild geprägt waren auch neu Berufe wie Schreib- oder Telefonfräulein, wozu Frauen wegen ihrer Fingerfertigkeit als besonders geeignet galten. Auch die Krankenschwester ist gerade einmal hundert Jahre alt.

Dem Lette-Verein haben die Frauen den Einzug in zahlreiche technisch-naturwissenschaftliche Berufe zu verdanken z.B. die Medizinisch-technische Assistentin.

In der DDR arbeiteten im Bankenbereich fast ausschließlich Frauen. Die Arbeit war schlechter bezahlt als in Tätigkeiten in der Produktion und Geld hatte geringe gesellschaftliche Bedeutung. Nach der Wende vor zwanzig Jahren änderte sich das schnell und die Männer übernahmen die wichtigen Stellen jenseits des Schalterdienstes.

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